Youtube Backstage! Der Schritt vom Videoportal zur Social Media Plattform

Nach eigener Definition sieht sich Youtube schon immer mehr als soziales Netzwerk als als reine Videoplattform. In der Wahrnehmung der Nutzer hatte Youtube bisher jedoch reichlich wenig mit Facebook, Twitter und Co. Gemeinsam. Nun steht laut Venture Beat ein bedeutender Schritt vor der Tür, durch den man der eigenen Definition dann vielleicht endlich auch gerecht werden könnte. Der Name dafür lautet „Youtube Backstage“.

Ob Backstage nun der interne Arbeitstitel oder der tatsächliche Name des Features ist, sei mal dahin gestellt. Klar ist, dass es einige wichtige Neuerungen geben wird, die für alle aktiven Youtuber von großem Interesse sein dürften. An den Start geht die „Youtube Backstage“ wohl noch in diesem Jahr. Vorerst allerdings nur mit ein paar, ausgewählten Accounts.

Da aber bei Zeiten auch alle anderen Accounts folgen dürften, möchte ich auf einige der wichtigsten Fragen eingehen, die wohl insbesondere allen aktiven Youtubern unter den Nägeln brennen dürften.

Was beinhaltet Youtube Backstage?

Aller Voraussicht nach wird Youtube Backstage ein Feature mit deutlich mehr Interaktionsmöglichkeiten werden als wir das bisher von der Videoplattform kennen. Es soll sich wohl um eine Timeline handeln. Auf dieser könnten dann Texte, Fotos, Links, Umfragen und Videos geteilt werden.

Backstage könnte dabei einen eigenen Tab/Reiter erhalten und im jeweiligen Channel neben Übersichtsseite und Videotab erscheinen. Dort sollen dann die umgekehrt chronologischen Beiträge zu finden sein, die sich entsprechend der Logik von Facebook, Twitter und Co. einfach posten lassen.

Möglich ist auch, dass es ab Erscheinen der neuen Features eine Unterscheidung zwischen „normalen“ Videos gibt und solchen, die nur für den Backstage Bereich gemacht sind.

Aber auch normale Nutzer bekommen anscheinend neue Möglichkeiten. Unter dem Begriff „rich replies“ fallen demnach geplante Funktionen für Abonnenten, mit denen diese nicht nur in Textform, sondern auch mit Fotos und Videos antworten können und damit einen erheblichen Anteil zur neu gewonnenen Interaktivität beitragen werden.

Warum geht Youtube diesen Schritt?

Sieht man sich die aktuellen Trends an, wird klar, warum Youtube die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Alleine Snapchat hat in den vergangenen Monaten einen beträchtlichen Anteil Videoviews abgegriffen und Youtube dadurch schon dezent in Zugzwang gebracht.

Möglicherweise noch brisanter sind für den Videoriesen aber die jüngsten Entwicklungen von facebook. Zum Einen wird ohnehin immer mehr Videocontent über die Timeline von facebook konsumiert.
Zum Anderen hat sich facebook wohl einen geschickten Schachzug einfallen lassen. Laut dem Online Marketing Experten Björn Tantau bevorzugt facebook neuerdings „native Inhalte“. Also Inhalte, die ursprünglich für facebook selbst produziert wurden.

Das würde entsprechend bedeuten, dass Videos, die von Youtube verlinkt werden, weniger häufig in den feeds der Nutzer erscheinen als solche, die exklusiv für Facebook erstellt und direkt dorthin hochgeladen wurden. Oha!

Das ist natürlich schon eine Ansage! Bedenkt man, dass facebook immer noch das stärkste soziale Netzwerk ist, dürfte Youtube bislang einen beträchtlichen Anteil seiner Views aus Klicks über facebook generiert haben. Entsprechend bedrohlich könnte diese Änderung für Youtub wirken.

Kurzum: Youtube muss sich etwas einfallen lassen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Und was wäre da naheliegender als die Leute dazu zu bringen, Youtube selbst als Soziales Netzwerk zu sehen – und zu nutzen?

Was bedeutet das für mich als aktiven Youtuber?

Die genauen Auswirkungen von Youtube Backstage sind natürlich jetzt noch schwer zu prophezeien. Einige Dinge lassen sich aber schon erahnen.

Deutlich mehr Interaktion möglich – und nötig?

Durch die timeline und die Möglichkeit, dort seine Abonnenten immer auf dem Laufenden zu halten, entsteht ein höheres Maß an Interaktion mit den eigenen Fans. Zumindest dann, wenn man es darauf anlegt. Das kann auf der einen Seite ein großer Vorteil sein, da man einen noch aktiveren Austausch mit seinen Abonnenten suchen kann.

Auf der anderen Seite könnte das Backstage Feature aber auch zur Belastung werden. Genau wie eine inaktive facebook fanpage, kann eine wenig oder gar nicht genutzte timeline auf Abonnenten unprofessionell wirken. Der Unterschied: Man wird sie wohl im Gegensatz zu einer facebook fanpage automatisch haben und sich nicht aktiv dafür oder dagegen entscheiden können.
In der Folge heißt es dann zu Deutsch: „Friss oder Stirb“.

Wird jeder Nutzer zum Youtuber?

Insbesondere aufgrund der rich replies stellt sich diese Frage. Wenn jeder ohne Nutzung von Titel, Beschreibung und Tags Videos erstellen und posten kann, wird die Anzahl an Leuten, die Videos erstellen sicherlich deutlich wachsen. Im Prinzip wird jeder zum Youtuber. Allerdings stehen diese Art von Youtuber wohl nicht in Konkurrenz zum eigenen Kanal. In aller regel dürfte es sich größtenteils um Webcam Antworten auf Umfragen oder als Feedback halten. An sich, eine sehr interessante Sache. Das Problem liegt jedoch im Folgenden.

Verstärkter Kampf um Aufmerksamkeit

Wer im Thema Marketing etwas bewandert ist, der weiß, dass alle Bemühungen stets ein Kampf um die Aufmerksamkeit der Leute ist. Dieser Kampf ist heute um ein vielfaches härter als noch vor 15 Jahren. Damals hieß es noch ISDN statt 100Mbit Leitung und StudiVZ statt facebook.

Heute prasseln die Eindrücke von allen Seiten auf uns ein. Jede Ablenkung ist nur einen Klick entfernt – wenn überhaupt. Es wird also immer schwieriger die Aufmerksamkeit der Leute zu bekommen – und auch zu halten. Durchaus möglich also, dass die eigenen Abonnenten zur Konkurrenz um Auferksamkeit werden und entsprechend ein Teil der Zeit, die den Leuten zur Verfügung steht, mit dem Ansehen von Videoantworten im Youtube Backstage Bereich verbracht wird anstatt „normale“ Videos zu konsumieren.

Youtube Backstage – Fazit

Wir dürfen gespannt sein. Das neue Backstage Feature verspricht auf jeden Fall spannend zu werden. Trotz einiger Gefahren, die ich in der Veränderung von Youtube sehe, freue ich mich auf die Neuerungen. Nicht zuletzt da ein Ausweichen auf andere Social Media Plattformen möglicherweise nicht mehr nötig sein wird. Zumindest nicht zum Zwecke eines vernünftigen Austausches mit seinen Abonnenten an zentraler Stelle. Denn das fehlte bislang eigentlich komplett.

Vielleicht ist das, was wir bislang wissen aber auch noch nicht das Ende der Fahnenstange. Weitere Infos folgen sicher in naher Zukunft. Diese kannst du dann hier nachlesen.

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