ACHTUNG ABMAHNUNG! 5 gefährliche Fallen bei der Nutzung von Youtube auf deiner Website und wie du sie umgehst

Das Thema Datenschutz wird in Deutschland sehr Ernst genommen. Zumindest dann, wenn der Staat nicht selbst Daten sammeln möchte…
Das Internet und damit insbesondere alle jene, die sich mit Online Marketing Themen befassen, sind dadurch unmittelbar betroffen.a

Zum eigenen Leidwesen, werden solche Vorschriften aber von vielen Leuten missachtet. Oder sie kennen sie erst gar nicht. Das führt nicht selten zu teuren Abmahnungen und jeder Menge Ärger. Und so etwas gilt es vernünftigerweise natürlich zu verhindern.

Social Media und Youtube Datenschutz

Zugegeben, einige Dinge sind auch wirklich fies. Noch vor nicht all zu langer Zeit, wussten wohl nur die Wenigsten, dass Social Media Plattformen Daten über Webseitenbesucher sammeln, noch bevor diese überhaupt auf den Like, Share oder einen sonstigen Button geklickt haben. Dieser Fakt ist mittlerweile immerhin zu einem Teil der Online Marketer vorgedrungen.

Blöderweise gilt die Regel mit dem Daten sammeln auch für Youtube. Dumm nur, dass hier der Wissensstand meistens ähnlich niedrig ist wie früher bei facebook & Co.
Denn auch hier gilt es, gleich mehrere Fehler zu vermeiden, die für Ärger Sorgen können. Und auf genau diese Fehler und wie du sie – zumindest größtenteils – verhindern kannst, gehe ich in diesem Artikel genauer ein.


Disclaimer:
Bevor du an dieser Stelle weiter liest, möchte ich darauf hinweisen, dass ich kein Anwalt bin und auch keine Qualifikation in eine entsprechende Richtung besitze. Die hier dargestellten Sachverhalte und Vorgehensweisen entsprechen meinem eigenen Wissensstand und meiner Erfahrung aus meiner Aktivität auf Youtube und als Online Marketing Manager. Wenn du dir zu 100% sicher sein willst, dass du rechtssicher handelst, konsultiere bitte einen Experten für Online-Recht.

Fremde Youtube Videos

Wir fangen verhältnismäßig harmlos an. Und zwar mit dem Einbetten fremder Youtube Videos auf der eigenen Website.

Situation: Du betreibst eine Website oder einen Blog und erstellst einen Artikel. Über die „Einbetten“ Funktion bindest du ein Video ein, das dir themenrelevant erscheint. Da du das auch schon oft auf anderen Websites gesehen hast, machst du dir vermutlich keine großen Gedanken darüber, ob du unter Umständen gegen geltendes Recht verstößt.

Eingebundene Videos werten die Seite nicht nur für deine Leser auf. Auch Google findet einen „Medien-Mix“ super und belohnt das mit tendenziell besseren Rankings. Klingt bis hierhin super.

Rechtssprechung gibt Hinweise

Tatsächlich gab es aber zu genau solchen Sachverhalten schon einige Rechtsstreite. Stand jetzt, dürfte die Rechtssprechung tendenziell am ehesten so zu deuten sein:
So lange du Videos nicht dazu missbrauchst, Sachverhalte falsch darzustellen oder jemanden zu verunglimpfen, sollte dir nichts passieren können.

„Sollte“ deshalb, da sich die rechtliche Grundlage im Gebiet des Online Marketings oft schwammig sind und sich darüber hinaus relativ abprubt ändern können. Es lohnt sich also durchaus, regelmäßig Blogs zu lesen, die sich ausführlich mit dem Thema Online Recht beschäftigen. Das hilft dabei auf dem Laufenden zu bleiben..

Wie du Videos auf keinen Fall einbinden solltest:

  • Die Person im Video lächerlich machen – Das gebietet ohnehin der Anstand
  • Ein Video als Negativ-Beispiel verwenden
  • Ein Produktreview-Video einbinden um das Produkt negativ darzustellen
  • Den Startpunkt des Videos verändern um den Kontext zu verändern

Diese Liste ist natürlich nicht vollständig. Aber da ich ausschließlich sehr(!) intelligente Leser habe, bin ich sicher, dass du verstehst, was du machen kannst und was du besser lässt 🙂

Vorsicht bei Kritik an Produkten

Ganz besonders bei Negativdarstellungen von Produkten wäre ich vorsichtig. Es ist zwar durchaus möglich, dass du das rechtssicher handhabst, aber man weiß eben nie. Und da es sich bei Testvideos nicht selten um Affiliates für die betreffende Firma oder einen Händler handelt, besteht hier in jedem Fall auch immer ein (kleines) Abmahnrisiko.

Theoretisch gesehen ist es auch durchaus möglich, dass das Einbinden von fremdem Content in Zukunft irgendwann einmal vollständig unzulässig wird. Ich persönlich halte das für äußerst unwahrscheinlich. Möglich ist es aber. Daher in jedem Fall Augen und Ohren offen halten.

Datenerhebung ab dem Video ansehen

Spätestens mit dem Klick auf den Play Button beginnt Youtube damit, Daten über den Nutzer zu speichern. Das daraus erstellte Profil über den Nutzer wird dann für zwei Dinge genutzt. Zum Einen für eigene Werbeaktionen. Zum Anderen um durch die gewonnenen Infos entsprechend passgenaue Werbungen aus dem Youtube Partnerprogramm zu wählen, die dann dem Nutzer gezeigt werden.

Alles schön und gut, kommen wir zum Problem: Die Datenerhebung befindet sich mal wieder in einer rechtlichen Grauzone. Da du diese Vorgehensweise von Youtube allerdings nicht verhindern kannst – außer du bindest keine Videos ein – hast du darüber keine Kontrolle.

Datenschutzerklärung nicht vergessen

Was du aber immerhin tun kannst ist eine deine Datenschutzerklärung um einen entsprechenden Hinweis zu ergänzen. In diesem wird der Nutzer darüber in Kenntnis gesetzt, dass Youtube Daten sammelt und speichert. Eine einfache Möglichkeit einen solchen Rechtstext zu erstellen ist der Datenschutz-Generator.

Bedeutet das nun, dass dir keinesfalls eine Abmahnung ins Haus flattern kann? Leider nein, aber es ist bedeutend unwahrscheinlicher. Vor allen Dingen aber erwischt es in der Regel zu allererst die, die sich nicht um ihre Datenschutzerklärung kümmern. Entsprechend hast du im Einzelfall vielleicht noch Zeit zu reagieren, wenn es eine veränderte Rechtsprechung gibt und eine neue Abmahnwelle durch das Internet rauscht.

Datenerhebung durch Youtube vor dem Video ansehen

In diesem Fall ist das Eis, auf dem du dich bewegst am dünnsten. Und zugleich wissen hierüber wohl die wenigsten Bescheid: Youtube sammelt auch Daten, bevor deine Webseitenbesucher das Video angeklickt haben. Außer, du verhinderst es!

datenschutz_mehranzigen
Quelle: Youtube.com, Screenshot

Wenn du ein Video einbettest, solltest du unbedingt die Option „mehr anzeigen“ öffnen. Dort lässt sich manuell ein Häkchen entfernen bei einer Option mit dem Namen „erweiterten Datenschutz aktivieren“.

Youtube Erweiterten Datenschutzmodus aktivieren

Quelle: Youtube.com, Screenshot
Was sich dahinter verbirgt, erfährt man, wenn man das [?] anklickt und zum entsprechenden Absatz scrollt. Folgendes steht dort geschrieben:

erweiterter datenschutz mehr

Quelle: Support.google.com, Screenshot edit
Umgekehrt liest sich das also: Setzt du dieses Häkchen nicht, bist du einverstanden damit, dass Youtube Daten jeglicher Art über deine Webseitenbesucher sammelt und auswertet. Und zwar auch dann, wenn diese Besucher in keiner Weise mit den auf der Seite eingebetteten Inhalten agieren oder sich nur eine einzige Sekunde auf deiner Website befinden.

Aus meiner Sicht birgt dieser Sachverhalt das höchste Abmahn-Potenzial. Und zwar nicht nur wegen der Sache selbst. Vielmehr gilt es hier eine aktive Entscheidung zu treffen. Und wenn diese Entscheidung zu Gunsten der Datensammelei ausfällt, ist das immer ungünstig. Hier solltest du entsprechend Vorsicht walten lassen.

Um Youtube also die Erlaubnis zu entziehen, Daten über deine Nutzer zu sammeln, ohne, dass diese zumindest das eingebundene Video ansehen, musst du diesen Schritt immer manuell durchführen.

Youtube Kanal Schaltfläche

Aber nicht nur eingebundene Videos können „gefährlich“ werden. Auch Plugins, Widgets oder über – von Youtube zur Verfügung gestellte – Skripte eingebundene Codeschnipsel können bedenklich sein. Denn auch dort werden Daten gesammelt.

Dieses Problem gilt natürlich nicht nur für Youtube. Auch andere Soziale Netzwerke sammeln fleißig Nutzerdaten. Facebook etwa, ist bei solchen Dingen in der Regel ganz vorne mit dabei.

Genau wie bei der Speicherung von Informationen über den user, wenn dieser ein Video abspielt, hast du auch hier keinen Einfluss. Dieser Umstand führt wiederum dazu, dass deine einzige Möglichkeit zu handeln, darin besteht, deine Datenschutzerklärung ordnungsgemäß anzupassen, sofern du Funktionen dieser Art nutzen möchtest.

Custom Channel Subscribe Button

Zu guter Letzt noch ein Spezialfall. Dabei handelt es sich nicht um das Einbinden eines regulären Widgets für deinen Youtube Kanal, sondern um einen individualisierbaren Abonnieren Button.

Wenn du auf deiner Website für deinen Kanal wirbst, ist das dein gutes Recht. Mit den herkömmlichen Mitteln werden die Besucher aber zunächst an Youtube weitergeleitet und können dann erst dort deinen Kanal abonnieren.

Mehr Klicks, niedrigere Conversion Rate

Erfahrungsgemäß leidet unter der Notwendigkeit mehrerer Klicks aber die Conversion Rate. Entsprechend hier die Anzahl an Leuten, die auch tatsächlich zu Youtube Abonnenten werden. Um dieses Problem zu beheben kann es sinnvoll sein, eine Schaltfläche einzubinden, mit der sich dein Kanal direkt von der Website aus abonnieren lässt. Die Vorgehensweise hierfür findest du in meinem entsprechenden Artikel „1-Klick-Abo“.

Beim Erstellen der Schaltfläche, solltest du wieder einen Haken entfernen, der wohl in jedem Fall datenschutzrechtliche Relevanz besitzt. Eine Erklärung für die exakten Auswirkungen konnte ich nicht ausfindig machen.

Interessanterweise wird das genutzt Wort „Schaltflächenereignisse“ an keiner anderen Stelle je wieder erwähnt. Zumindest konnte ich es nicht finden – also wenn, dann ist es gut versteckt. Auch gibt es – im Gegensatz zu den erweiterten Datenschutzeinstellungen beim Einbetten – auch kein [?] zum anklicken mit weiteren Infos. Das kommt mir etwas spanisch vor, daher bin ich gewohnt skeptisch.

Vor allem aber funktioniert der Button einwandfrei ohne den Haken. Mehr muss man eigentlich nicht wissen. Ohne eigenes Zutun gesetzte Häkchen können eigentlich nicht anderes bedeuten, als dass Youtube davon profitieren möchte. So interpretiere ich das zumindest für meinen Teil. Im Zweifelsfall also einfach weglassen.

Informiert bleiben

Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel die wichtigsten rechtlichen Fragen bei der Nutzung von Youtube auf der Website klären konnte. Aber auch an dieser Stelle noch einmal. Online Recht ändert sich schnell und regelmäßig. Häufig ist die Rechtslage gar nicht oder nur zum Teil geklärt. Entsprechend wichtig ist es, sich hier regelmäßig zu informieren und im Zweifelsfall einen Experten um Rat zu fragen, auch wenn ich weiß, dass das natürlich nur die wenigsten dann auch wirklich tun…


Hast du Freunde oder Bekannte, die auch Youtube Videos oder Funktionen auf Ihrer Website nutzen? Wenn du denkst, dass sie sich bisher nicht um die rechtlichen Dinge gekümmert haben, solltest du diesen Artikel undbedingt mit ihnen teilen. So ersparst du ihnen vielleicht eine teure Abmahnung.

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