6 Fehler, die deinen Youtube Erfolg verhindern

Jeder Youtuber fängt mal klein an. Und besonders zu Beginn einer „Youtube-Karriere“ können uns grobe Schnitzer die Chance nehmen, dass unser Kanal wächst und ordentlich Fahrt aufnimmt.

Anders herum stehen die Chancen gut, ein solides Fundaament für den eigenen Kanal zu schaffen, wenn wir bestimmte Fehler vermeiden und wissen, was zu tun ist. Aber welche Fehler könnten so gravierend sein, dass sie alle Youtube Ambitionen zunichte machen? Genau das erkläre ich dir in diesem Artikel.

Fehler Nr. 1: Mit Youtube starten um schnell Geld zu verdienen

Traurig aber wahr. Wenn du mit Youtube nur deshalb anfängst, weil du direkt Geld verdienen willst, kannst du die Idee direkt wieder verwerfen. Die Wahrheit sieht vollkommen anders aus. Jeder Minijob da draußen bringt dir kurzfristig mehr Geld als ein kleiner Youtube Kanal. Das gilt insbesondere dann, wenn du planst, deine Videos per Monetarisierung mit Werbung zu Geld zu machen.

Youtube > Nebenjob?

Ich rechne dir das auch gerne mal vor, damit du siehst, wie „extrem“ die Situation eigentlich ist. Nehmen wir mal an du bist ein durchschnittlich talentierter Youtuber. Du machst Brainstorming um Videothemen zu finden. Danach gehst du in die Themenrecherche und trägst deine Infos zusammen.

Als nächstes machst du dich ans Video drehen und schneiden. Je nachdem ob du nun ein einfacheres oder aufwändigeres Video erstellt hast gehen sicherlich zwischen 3 und 10 Stunden ins Land. Nehmen wir mal etwas aus der Mitte und sagen 5 Stunden.

Nun released du dein Video. Es kommt gut an und bekommt im ersten Jahr 10.000 Klicks ab. Ein durchaus ordentlicher Wert. Nun legen wir den durchschnittlichen Vergütungsbetrag von 1€ pro 1.000 Klicks zu Grunde…du siehst schon wohin die Reise geht.

Das entspräche gerade einmal 10€ im Jahr. Wenn du jetzt davon ausgehst, dass du die 5 Stunden auch hättest in einen Minijob zum Mindestlohn von 8,50€ investieren können kommst du auf einen Betrag von 42,50€. Um also mit deinem Video den Gleichen Betrag zu verdienen, müsstest du über 4 Jahre warten.

Erst auf mittlere bis lange Sicht rentabel

Versteh mich nicht falsch. Es macht in meinen Augen richtig viel Sinn Energie in Youtube zu stecken. Auf lange Sicht stehen die Chancen gut, dass du damit mehr verdienst als mit einem Nebenjob. Dazu gewinnst du neue Fähigkeiten hinzu und kannst dich selbst verwirklichen. Wenn du erst einmal eine Basis von 50 oder 100 Videos hast und diese monetarisierst hast du einen konstanten Geldfluss. Nur dauert es eben etwas bis du an diesem Punkt bist. Für das „schnelle Geld“ ist Youtube aber vollkommen ungeeignet.

Vielleicht fragst du dich an dieser Stelle noch immer wo denn jetzt das eigentliche Problem liegt. Ganz einfach. Dir wird die Puste ausgehen bevor du an einen Punkt gelangst, an dem du ernsthaft mit Youtube Geld verdienen kannst. Wenn das Geld deine einzige wirkliche Motivation ist, überstehst du niemals Monate, vielleicht sogar Jahre bis es soweit ist, dass du mehrere Hundert oder tausend Euro im Monat mit deinen Videos verdienst.

Nur ein ernsthaftes Interesse und Spaß an der Sache halten dich bei der Stange. Geht’s ausschließlich ums Geld, verdienst du niemals Geld mit Youtube. Klingt komisch, ist aber so.

Fehler Nr. 2: Das „Von-Allem-Etwas-Konzept“

Dieser Fehler begegnet mir sehr häufig bei jüngeren Youtubern, aber nicht ausschließlich. Den Grund dafür sehe ich darin, dass versucht wird von größeren Youtubern abzuschauen. An sich ist es eine gute Sache, wenn du bewährte Konzept übernimmst. Schlecht ist hingegen, wenn die Idee dahinter nicht wirklich verstanden wird.

Aber zunächst einmal: Was meine ich mit dem „Von-Allem-Etwas-Konzept“?
So bezeichne ich Kanäle, die eigentlich keine wirkliche Idee zu haben scheinen, was sie eigentlich tun wollen. Zwischen Let’s Plays mischen sich Pranks, Videos, die extrem persönlich sind oder 10,20 und 50 Abonnenten Specials.

All das sind Dinge, die man häufig auch bei sehr erfolgreichen Youtubern findet. Mit dem Großen Unterschied, dass diese eben schon erfolgreich sind.

Kein Mensch interessiert sich für dich oder deine Probleme!

Ich drücke das jetzt mal bewusst hart und vielleicht auch überspitzt aus, aber es trifft den Kern: Kein Mensch interessiert sich für dich, deine Probleme oder sonstiges themenfremdes. Der Grund, warum das bei schon erfolgreichen „Youtube Artists“ eben doch funktioniert ist, dass sie sich – häufig über mehrere Jahre – eine große Community und Fangemeinde aufgebaut haben. Ihre Abonnenten schauen nicht selten zu ihnen auf und halten sie mitunter für Halbgötter. Für eine so loyale Anhängerschaft werden inhalte jeder Art relevant.

Hast du aus deiner Sicht schon ausreichend viele Abonnenten? Vermutlich nicht, denn sonst würdest du diesen Artikel aller Wahrscheinlichkeit nach nicht lesen. Somit kommen Videos dieser Art für dich tendenziell (noch) nicht in Frage.

Es spricht nichts dagegen ein 100, 500 und 1000 Abonnenten Special zu machen. Im Gegenteil. So etwas kommt häufig super an. Aber dein Hauptfokus sollte unbedingt auf der Erstellung von Videos aus einem bestimmten Themenbereich liegen. Dadurch erreichst du, dass sich deine bis dato vielleicht noch kleine Gefolgschaft darauf verlässt, dass du immer mehr Inhalte dieser Art bringst. Und nachdem sie wegen exakt eines Videotyps deine Abonnenten geworden sind, ist es wichtig, dass du ihnen diese Sicherheit auch wirklich geben kannst.

Fehler Nr. 3: Keine „echten Inhalte“ und keinen Mehrwert liefern

Fällt in eine ähnliche Kategorie wie Fehler Nummer 2, ist allerdings noch bedeutend dramatischer. Keine echten Inhalte und Mehrwerte zu liefern bedeutet nicht relevant zu sein. Das ist die absolute Höchststrafe für jeden Youtuber. (Eigentlich sogar für jeden der gernerell Content erstellt) Und Youtube wird dich auch dafür bestrafen. Deine Videos verschwinden im Niemandsland auf Seite 12 der Suchergebnisse und deine Klickzahlen dümpeln im zweistelligen Bereich herum.

Keine echten Inhalte zu liefern bedeutet einfach irgend etwas zu quasseln, ohne dass es Abnehmer für deine Inhalte gibt. Das begegnet mir immer wieder. Sowohl bei Person vor der Kamera, die darüber erzählen, was sie so umtreibt als auch in Let’s Plays, in denen nur „boom, boom. Ich kill euch alle!“ geschrien wird. Videos dieser Art verfolgt eigentlich niemand dauerhaft. In nahezu jedes Video gehört eine Botschaft und das solltest du dir vorher bewusst machen.

Mehrwert muss auch sichtbar sein

Das hört aber nicht beim Inhalt selbst auf, sondern erstreckt sich auch über Titel, Beschreibung und Tags.
Hast du Probleme damit einen passenden Titel zu finden, bevor du dich ans Werk machst? Das ist ein klares Indiz dafür, dass du darüber nachdenken solltest, worum es eigentlich in deinem Video gehen soll.

Sobald du diese Frage geklärt hast, musst du dir überlegen – oder besser noch: recherchieren – welche Keywords du bedienen kannst. Sei das über den Google Keyword Planner, sei es über tools wie Market Samurai. Wenn du Infos zu einem bestimmten Thema vermittelst, muss das auch für die Leute erkennbar sein. Und das erreichst du nahezu ausschließlich darüber, dass deine Videos über die Suchfunktion gefunden werden. Dafür benötigst du entsprechende Titel, Beschreibung und Tags. Das ist enorm wichtig. Daher solltest du das Thema nicht unterschätzen.

Fehler Nr. 4: Uploaden, warten, warten, warten…

Auch wenn viele Leute das verständlicherweise hoffen: Youtube und seine Nutzer haben nicht schon seit Jahren auf dein Erscheinen gewartet. In Wirklichkeit ist es den meisten Leuten vollkommen egal, ob deine Videos gibt. Zumindest solange sie dich nicht kennen.

Und wie sollen sie dich kennen lernen, wenn du dich nicht darum kümmerst, dass sich deine Videos im großen weiten Web verteilen? Das wird ein schwieriges Unterfangen!

Den ersten Schritt machst du selbst

Es wird extrem häufig unterschätzt, wie wichtig es ist, selbst für den ersten traffic zu sorgen. Dein Kanal wird von Youtube zu Beginn als äußerst wenig relevant eingeschätzt. Selbst wenn du super tolle Videos hochlädst. Selbst wenn du erstklassige Video SEO betreibst und Titel, Beschreibung und Tags exzellent verarbeitest. Youtube wird zu Beginn immer andere, große Kanäle finden, die es für relevanter hält. Das mag frustrierend sein, aber so sieht die Realität aus.

Das kann sich aber schlagartig ändern wenn du mit deinen Videos die ersten Klicks, Kommentare und Abonnenten eingesammelt hast. Damit machst du Youtube auf dich aufmerksam. Plötzlich erkennt der komplexe Youtube Algorithmus, dass sich da etwas tut und jemand relevanten Content erstellt hat.

Das erreichst du aber entsprechend nur, wenn du deine Videos verbreitest. Und zwar so häufig und an so vielen Stellen wie möglich. Per Whatsapp an Freunde, per Mail an die Familie, in Social Media Netzwerken wie facebook, twitter und – einer meiner Favoriten zum bewerben von Videos – Pinterest. Alle diese Kanäle wollen gefüttert werden. Am besten jeweils mehrfach.

Das wird dir insbesondere solange du noch ein- bis dreistellige Abonnentenzahlen hast einen enormen Boost geben. So werden schnell aus 10 Klicks viele hundert oder tausend. Wird dieser Schritt aber vernachlässigt, entgeht dir unter Umständen der Großteil der Views.

Fehler Nr. 5: Kein aktiver Youtube Nutzer sein

Youtube sieht sich selbst nicht als reine Videoplattform sondern als Soziales Netzwerk. Und was macht man in sozialen Netzwerken? Man tauscht sich aus, kommentiert, liked und interagiert auf viele andere Arten. Da es diese Möglichkeiten gibt, sind sie Youtube auch wichtig. Was die Plattform gar nicht mag sind Youtuber die sich nur um sich selbst kümmern. Zum Beispiel indem sie Videos hochladen, aber selbst nicht aktiv am Youtube Geschehen teilhaben.

Verzichtest du darauf andere Videos anzusehen, zu bewerten und zu kommentieren, entgehen dir gleich mehrere Potenziale:

Du wirst nicht gesehen

Wenn du keine Kommentare schreibst, kann auch niemand deinen Kanal in den Kommentaren entdecken. Und das passiert wirklich häufig. Gut platzierte und konstruktive Kommentare führen häufig zu Neugier bei anderen Nutzern. Und da jeder Kommentar den du schreibst ein direkter Link zu deinem Kanal ist, sind auch potenzielle neue Abonnenten nur einen Klick entfernt. Diese Chance auszulassen ist äußerst fahrlässig.

Du verpasst die Chance auf „Freunde“ und Partnerschaften

Hilfreiche und freundliche Kommentare sorgen für viel Wohlwollen bei demjenigen, der ein Video veröffentlicht. Wer hört nicht gerne ein paar nette Worte? Auch hier geht also wieder viel Potenzial verloren, wenn du nicht selbst aktiv wirst.

Auf der anderen Seite kannst du den Grundstein dafür legen, dass du langfristige Beziehungen mit anderen Youtubern aufbaust. Das führt häufig zu gegenseitiger Unterstützung, vielen Kommentaren und auch Shares. Nicht selten ergibt sich auch die Möglichkeit einer Partnerschaft. Logischerweise fällt entsprechend auch diese großartige Chance weg, wenn du auf das Schreiben von Kommentaren verzichtest.

Youtube kann dich nicht einschätzen

Im hochkomplexen Youtube Algorithmus sind auch Möglichkeiten untergebracht die Ersteller von Videos zu kategorisieren. Es wird also nach und nach ein Profil von dir erstellt. Angeblich kann Youtube daraus Rückschlüsse ziehen ob du für bestimmte Themengebiete ein besonders kompetenter Video-Creator wirst. Wie das genau von statten geht ist natürlich schwer zu sagen, da der Algorithmus nicht öffentlich zugänglich ist. Es darf allerdings als sehr wahrscheinlich angesehen werden, dass die Art von Videoinhalten, mit denen du am meisten interagierst auch die ist, für die du als am relevantesten erscheinst.
Zu Deutsch: Je aktiver du in deiner Videonische auch andere Youtuber konsumierst, abonnierst, teilst und bewertest desto besser.

Fehler Nr. 6: Ignorant sein oder ausfallend werden

Kommentare sind aber natürlich nicht nur hilfreich, wenn du sie selbst schreibst. Neben einem positiven Effekt auf dein Videoranking bieten Kommentare unter deinen eigenen Videos noch eine große andere Chance: Sie liefern dir wertvolle Informationen über deine Zuschauer. Auch Unmut über deinen Content oder sogar dich persönlich wird unter dem Schutz der Anonymität besonders freimütig geäußert. Nicht selten sogar gespickt mit Pöbeleien und Beleidigungen. Schlecht? Nur sehr bedingt!

Leg dir ein dickes Fell zu

Zugegeben: Als Youtuber braucht man manchmal ein dickes Fell. Viele haben das nicht und werden dann unter ihren eigenen Videos ausfallend. Das ist nicht sehr klug, denn wenn Menschen zu dünnhäutig sind, vermittelt das immer den Eindruck, dass sie selbst nicht überzeugt von dem sind was sie tun. Da du das natürlich um jeden Preis verhindern willst, solltest du dich auf verbale Schlagabtäusche keinesfalls einlassen.

Was ist also die bessere Alternative? Ernsthafte Beleidigungen ignorieren und löschen, klar. Beim ganzen Rest – und das schließt auch harte und unfaire Kritik ein – unbedingt zwischen den Zeilen lesen. Fast jede Kritk liefert dir nützliches Wissen über das, was deine Zuschauer sehen oder nicht sehen wollen. Das ist ein sehr guter Ansatzpunkt um die eigenen Videos zu verbessern.

Entsprechend solltest du auch niemals die Kommentarfunktion unter deinen Uploads deaktivieren. Das würde im übrigen auch zusätzlich zu einer schlechteren Platzierung innerhalb der Suchergebnisse führen. Selbiges gilt für eine Deaktivierung der „Daumen“ zur Bewertung.

Fehler abstellen, schneller wachsen

Aus Fehlern lernt man sagt man so schön. Erstaunlicherweise hab ich häufig den Eindruck, dass viele Youtuber verhältnismäßig Kritik-resistent sind. Letztlich führt das fast ausnahmslos dazu, dass ein Kanal stagniert und der Youtuber am Ende frustriert aufgibt.

Wie du dir sicher denken kannst, muss das natürlich nicht sein. Umso schneller die deine eigenen Fehler entdeckst und abstellst, desto schneller wirst du auf Youtube vorankommen. Sprich: Mehr Abonnenten, Videoviews und Interaktionen erhalten. Die erfolgreichsten Youtuber bringen fast alle einen gewissen Grad an geistiger Dynamik mit und haben sich dadurch stetig weiterentwickelt.

Am Besten gehst du direkt ans Werk und machst dir aktiv Gedanken darüber welche Fehler du machst, wo du schon gut bist und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Den ersten Schritt hast du schon erfolgreich bewältigt indem du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast.

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