Videos ent-monetarisiert! Was ist denn da bei Youtube los?

In den vergangenen Tagen haben sich jede Menge Youtube Creator zu Wort gemeldet und sich entsetzt gezeigt. Grund dafür ist die vermeintlich neue Richtlinie, durch die Videos mit bestimmten Inhalten nicht mehr monetarisiert werden können. Aber ist diese Regel wirklich neu? Warum macht Youtube das und wie kannst dudafür sorgen, dass dir deine Werbeeinnahmen als Youtube Partner nicht wegbrechen?

Seit letzter Woche erhalten zahlreiche Youtuber Nachrichten vom Videoportal, dass einzelne Videos nicht für die Monetarisierung geeignet sind und deshalb keine Werbung geschalten werden kann. Entsprechend ist es dann auch nicht mehr möglich, mit diesen Videos Geld zu verdienen. Verständlich, dass das zu nicht wirklich großer Freude unter den Youtubern führt.

Youtube Richtlinie Entmonetarisierung

Bildquelle: Youtube.de, Screenshot

Viel wurde sich darüber echauffiert, dass einfach eine neue Richtlinie eingeführt wurde, Youtube es aber nicht für nötig hielt, seine Creator darüber zu informieren. Aber ist das wirklich so? Nein. Tatsächlich existiert diese Regelung schon seit 2012 und damit schon seit 4 ganzen Jahren.

Prozess nur transparenter?

Youtube hat auf die Welle der Empörung reagiert und genau das klargestellt. Lediglich der Prozess sei transparenter gemacht worden, denn auch früher wurden schon Videos für eine Monetarisierung abgelehnt. Nur wurde damals nicht darüber informiert.

Ich für meinen Teil denke aber, dass noch etwas mehr dahinter steckt. Die Regelung bestand zwar schon, das ist richtig. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese auch konsequent durchgesetzt wurde.

Möglicherweise wollte man sich diese Option einfach offen halten und beginnt eben erst jetzt aktiv mit der Umsetzung in voller Konsequenz. Es ist auch vorstellbar, dass die Youtube Bots noch intelligenter gemacht wurden und viele Inhalte erst jetzt auf Eignung geprüft werden können.
Denn von Menschenhand ist die schier unendliche Menge an Videos unmöglich zu überprüfen.

Warum tut Youtube das?

Das ist eine Frage, die sicher viele Menschen beschäftigt. Schließlich ist Youtube ja nicht KIKA. Es sollen doch Inhalte für Menschen jedes Alters und mit den unterschiedlichens Interessenfeldern erstellt werden. Warum also einen Teil der Creator verprellen?

Im Grunde sollte man einen Umstand nicht aus den Augen verlieren: Youtube – beziehungsweise Google als Mutterkonzern – ist ein Unternehmen, wie jedes andere. Ergo müssen Gewinne gemacht werden. Noch gegen Ende letzten Jahres war auf Welt.de nachzulesen, dass Youtube seit der Übernahme durch Google noch nicht in die Gewinnzone gelangt ist. Auch, wenn sie wohl schon sehr nah dran sind.

Youtubes oberste Prämisse ist ergo Geld zu erwirtschaften. Und das funktioniert dadurch, dass man für seine Werbepartner möglichst attraktiv ist. Vielleicht hat Youtube wirklich nachgeforscht und häufig die Antwort von potenziellen Werbetreibenden bekommen, dass diese die Inhalte zum Teil unseriös finden und deshalb dort nicht werben wollen.

In jedem Fall darf angenommen werden, dass sich Youtube von der Umsetzung der Ent-Monetarisierung ein Umsatzwachstum erhofft. Ob hier die richtige Entscheidung getroffen wurde oder nicht ist erst einmal zweitrangig. Das aber mal zur Intention, die Youtube verfolgt.

Welche Videos können nicht monetarisiert werden?

Im Grunde ist diese Frage tatsächlich sehr transparent. Im Groben handelt es sich dabei um folgende Inhalte:

    • Videos mit sexuellen Inhalten und anzüglichem Humor
    • Gewaltverherrlichende Videos und Videos von ernsthaften Verletzungen
    • Videos, in denen viel geflucht, beleidigt oder sich vulgär aussgedrückt wird
    • Drogenverherrlichende Videos
    • Videos zu politischen Konflikten, Krieg und anderen empfindlichen Themen

Über Sinn und Unsinn der Richtlinie

Gewalt, Drogen und Sexuelle Inhalte. Das sind die drei Themen, bei denen ich absolut folgen kann. Dass Werbetreibende damit nicht in Verbindung gebracht werden wollen, ist nachvollziehbar. Allerdings sehe ich zwei Probleme, bei den beiden anderen Gebieten.

Ich persönlich tue es zwar kaum, aber fluchen und vulgäre Sprache sind ein Stilmittel für so manchen Kanal mit guten Inhalten. Wenn ich als Werbetreibender beispielsweise eine Zielgruppe von 15 bis 20-jährigen erreiche möchte um ein hippes Produkt zu bewerben, warum sollte ich dann Videos aus der Monetarisierung ausschließen, die sich genau diese Zielgruppe selbst ausgesucht hat? Aus meinen Augen ist das wenig sinnvoll.

Das andere Problem sehe ich bei den Videos zu politischen Konflikten und Krieg. Auf der einen Seite nachvollziehbar. Schließlich will man verhindern, dass jemand Kapital daraus schlägt, wenn Menschen sterben oder leiden. Auf der anderen Seite wiederum eine schlechte Entscheidung. Denn das schließt jegliche seriöse – und vielleicht auch kritische und unabhängige – Berichterstattung aus.

Lohnt sich Youtube dann überhaupt noch?

Klare Antwort: Ja!

Vielleicht wird sich der ein oder andere etwas umstellen müssen. Der Großteil der Inhalte seriöser Youtuber wird aber unberührt bleiben. Vor allem aber will ja Youtube durch die Umsetzung der Maßnahmen sein Netzwerk aus Werbepartnern vergrößern. Schließlich wollen sie mehr Geld verdienen. Und da du als Youtube Partner an den Werbeumsätzen beteiltigt bist, wäre es sogar denkbar, dass du auf lange Sicht eher mehr als weniger Geld verdienst als zuvor. Entsprechend musst du dir darüber wohl keine großen Sorgen machen.

Hinzu kommt, dass das Youtube Partnerprogramm ja nicht die einzige Möglichkeit ist um mit Youtube Geld zu verdienen. Ganz im Gegenteil. In meinen Augen gibt es reichlich andere Möglichkeiten, die weit höheres Gewinnpotenzial besitzen und auf die ich ja in verschiedensten Artikeln immer wieder eingehe.


Ich hoffe, ich konnte in diesem Artikel alle wichtigen Fragen zum Thema Entmonetarisierung beantworten. Falls dir noch etwas unter den Nägeln brennt, einfach unten in die Kommentare schreiben. Ansonsten darfst du diesen Artikel gerne mit jemandem Teilen, der sich auch für das Thema interessiert. Nimm dafür einfach einen der zahlreichen Social Media Buttons 🙂

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