Die 4 wichtigsten Faktoren, die darüber entscheiden, ob und wann du deine Videos mit dem Youtube Partnerprogramm monetarisieren solltest

Noch vor gar nicht all zu langer Zeit war ich der Meinung: Das Monetarisieren von Videos auf einem Youtube Kanal macht erst ab dann Sinn, wenn davon auszugehen ist, dass dieser Kanal nicht mehr wächst. Der Grund dafür, warum ich so dachte, war simpel: Die hohe Reaktanz der Zuschauer in Sachen Werbung. Und genauso simpel ist jetzt auch der Grund dafür, dass ich meine Meinung geändert habe: Die Werbe-Toleranzschwelle steigt – und zwar schnell!

Es ist gar nicht so lange her, da waren Anfeindungen für die Monetarisierung eines Youtube Kanals keine Seltenheit. Natürlich traf dieses Extrem nur auf eine kleine Minderheit an Leuten zu. Allerdings ging damit ein anderer Effekt einher. Zuschauer entschieden häufig, einen monetarisierten Kanal nicht zu abonnieren. Oder aber sie klickten im Video auf „zurück“, sobald eine Werbung zu sehen war, was im Prinzip die gleichen Auswirkungen hatte. Also weniger Abonnenten, Klicks, Likes, Shares und so weiter.

Youtube Videos monetarisieren – Aber bitte mit Niveau

Das User-Verhalten diesbezüglich hat sich allerdings in den letzten 12 Monaten spürbar verändert . Die Toleranz für Werbung ist gestiegen. Vermutlich einfach, da es immer mehr Werbemittel auf allen möglichen Plattformen gibt. Auch steigt der Anteil an Youtubern, die ihre Videos monetarisieren stetig. Der Werbung komplett auszuweichen ist daher für die Nutzer schlicht und einfach nicht mehr möglich. Und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, gewöhnt er sich an die ständige Präsenz von Werbung auch relativ schnell.

Das heißt allerdings nicht, dass du deine Zuschauer ab jetzt mit Werbung regelrecht zumüllen solltest, nur um auch den letzten Cent rauszuholen. Denn mit dieser Einstellung ist das Gegenteil der Fall. Im Folgenden möchte ich dir die 4 Faktoren aufzeigen, die aus meiner Sicht die Hauptüberlegungen bei der Entscheidung darstellen sollten, ob du ein Video monetarisierst oder nicht.

Nummer 1: Die Gesamtzahl an Werbemitteln

Die meisten User können heute nachvollziehen, wenn Youtuber entscheiden, ihren Kanal monetarisieren. Formen, um mit Youtube Geld zu verdienen, gibt es viele. Ob mit Werbung im Youtube Partnerprogramm, Affiliate Marketing, Product Placements oder durch das Bewerben eigener Produkte spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Allerdings sollte dir bewusst sein, dass die Akzeptanz von Werbung auch heute noch ihre Grenzen hat. Du solltest dich also entweder darauf beschränken, nur ein einziges Werbemittel zu wählen, oder aber die Menge übergreifend über alle Werbemittel auf einem vernünftigen Level zu halten.

Du könntest also beispielsweise nur einen Teil deiner Videos im Partnerprogramm monetarisieren. Dafür ergänzt du deine Videobeschreibung um ein paar Affiliate Links.
Oder aber du verkaufst eigene Produkte, bewirbst diese in den Videos und verlinkst darauf in deiner Videobeschreibung. In einem solchen Fall würde ich auf jegliche weitere Werbemittel verzichten.

Im Grunde gibt es dafür keinen wirklichen Leitfaden. Ich glaube, da musst du dich ein Stück weit von deinem Bauchgefühl leiten lassen. Aber wenn du dir schon denkst: „Puh, kann ich das machen? Noch mehr Werbung?“ dann ist es definitiv Zeit das Ganze etwas zurück zu schrauben. Auf lange Sicht bringt dir das Vertrauen und dadurch höhere Umsätze.

Nummer 2: Timing in Abhängigkeit von der Art des Contents

Das Timing der Monetarisierung ist ein sehr interessantes Thema. Genauer gesagt, geht es um die Frage, ob du ein Video sofort nach Release oder erst zu einem späteren Zeitpunkt per Youtube Partnerprogramm monetarisierst.

Bei Evergreen Content handelt es sich um Videoinhalte, die nicht oder nur langsam an Aktualität verlieren. Bei Inhalten dieser Art, sollte immer der Hauptfokus darauf liegen, zunächst ein hohes Ranking zu erreichen – schließlich kann dein Video nur so die höchstmögliche Anzahl an Klicks generieren. Wenn ich Evergreen Content erstelle, möchte ich jeden Bounce – also Klicks auf den „Zurück“ Button – vermeiden. Und zwar so lange, bis ich der Meinung bin, dass das Video im Bezug auf seine täglichen Klickzahlen nicht mehr wachsen wird oder auf seinen wichtigsten Suchbegriff schon in den Top 3 ranked. Erst dann schalte ich Werbung.

Vollkommen anders sieht das Ganze aus, wenn ich Inhalte produziere, die fast ausschließlich für meine Abonnenten gedacht sind. Solche Videos werden in aller Regel auch nicht keyword-optimiert. In diese Kategorie fallen häufig Beauty Videos, Let’s Plays oder Lifestyle Vlogs. Betreibst du einen Kanal dieser Sorte und willst deine Videos mit Werbung versehen, musst du das unbedingt direkt nach dem Release machen. Ist der Große Ansturm deiner Abonnenten auf dein neues Video nämlich vorbei, lässt sich so gut wie nichts mehr damit verdienen.

Nummer 3: Das Gewinnpotenzial

Hier werden häufig Fehler gemacht. Viele Youtuber können es gar nicht erwarten, ihr erstes Geld mit Youtube zu verdienen. Das ist absolut verständlich. Allerdings tust du dir keinen Gefallen damit, wenn du vor Videos Werbung schaltest, die kaum gesehen werden. Insbesondere kleine Kanäle sind stark abhängig von jedem potenziellen neuen Abonnenten und jedem Share und Like.

Die Interaktionen fallen aber bei Videos mit Werbung nach wie vor etwas geringer aus. Das kann schon einmal gewaltig das Kanal-Wachstum bremsen. Und das zu riskieren macht für 50 Cent aus 500 Klicks reichlich wenig Sinn. Dann lieber etwas länger warten und später entsprechend deutlich mehr verdienen. Wenn du es aber gar nicht aushältst und unbedingt deine ersten Euros machen willst, setze lieber gezielt ein paar Affiliate Links ein. Damit verdienst du mehr und entnervst gleichzeitig nicht deine potenziellen neuen und deine – möglicherweise noch wenigen – vorhanden Abonnenten.

Nummer 4: Positive & Negative Assoziationen

Es macht Sinn, sich regelmäßig über seine Zuschauer Gedanken zu machen. Das gilt auch in Sachen Werbung. Die meisten Zielgruppen dürften wohl als relativ „neutral“ einzustufen sein, was Werbung angeht. Das gilt aber nicht für alle. Du solltest dir also überlegen, ob deine Zuschauer etwas stark positives oder negatives mit Werbung assoziieren.

Unter Umständen ist das Schalten von Werbung ja etwas, das sehr gut angenommen wird. Etwa wenn du einen Youtube Kanal zu Marketing Themen betreibst. Dann sehen sich vielleicht einige deiner Zuschauer die Werbung schon deshalb an, weil sie interessiert an der Machart des Werbespots selbst sind. Kaum einer wird dir in diesem Kontext die Monetarisierung deiner Videos übel nehmen.

Es kann aber natürlich auch genau anders herum laufen. Wenn du – jetzt mal überspitzt gesagt – einen Kanal betreibst, der dem Kapitalismus den Kampf ansagt, könnte das Schalten von Werbung für Ärger sorgen, der sich dann in Form von Daumen nach unten oder negativen Kommentaren äußert.

Diese 4 Faktoren solltest du immer auf dem Schirm behalten und genau abwägen, ob sich Chancen und Risiken der Monetarisierung mindestens die Waage halten. Wenn dem so ist, steht der erfolgreichen Monetariserung deiner Youtube Videos nichts im Wege.


Ich hoffe, dass dir dieser Artikel geholfen hat. Wenn du jemanden kennst, der auch von Wissen zum Thema Monetarisierung profitieren könnte, dann schicke ihm bitte diesen Beitrag oder teile ihn mit einem der Social Media Buttons. Vielen Dank! 🙂

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